Eisenbahn 2020

Ich baue eine Modelleisenbahn - mein Bautagebuch

01.11.2020:
Wir schreiben das Jahr 2020. Seit dem Frühjahr ist nichts mehr so wie es war. Der "Corona-Virus" hält seit Anfang März die Welt an und verändert unser Leben. Meine letzten Aktivitäten waren die Party zur Scheunenfete und der Urlaub vom 10. - 17.03.2020 in Ägypten. Im Sommer dann einige kleine Familienfeiern, aber leider kein Fasching, kein Stadtfest, kein Erntefest und auch kein Weihnachtsmarkt. Mich trifft die Art der Einschränkungen der Pandemie nicht so heftig, einige Musiker Kollegen, die aber davon leben müssen, sicher eher.

Nun dann, es laufen die Wochenenden etwas anders ab, als wenn ich jedes Wochenende auf die Bühnen dieser Welt fahre

Der Herbst hat Einzug gehalten, die Sonne verschwindet immer früher und seit gut einer Woche trägt die Zeitumstellung noch mehr dazu bei. Um 16.00 Uhr ist es mittlerweile Zappen duster und ich sitze zu Hause und langweile mich.

Also rede ich meiner Frau und unseren Enkeln ein, dass sie eine Modelleisenbahn bräuchten. Das ist im Alter so, dass man seinen Kindheitserinnerungen hinterher läuft um das nachzuholen, bei dem man früher immer sehr viel Spaß dran hatte.

Wir hatten als Kinder eine Eisenbahn. Sie stand auf zwei Holzböcken im Kinderzimmer in meinem Elternhaus in Thurow. Es war eine PIKO H0, dazu ein Trafo mit dem berühmten Links - Rechts Drehknopf für Vorwärts- oder Rückwärtsfahrten. Einen Akkubohrer hatten wir nicht, sondern nur solch einen komischen Handbohrer, wenn man wieder zwei neue Kabel zu einer der Weichen ziehen musste, um die Spanplatte zu perforieren. Ansonsten habe ich sehr viel damit gespielt, bis ich anfing, mich mehr für die Mädels in der Schule und auf dem Dorf zu interessieren. Ich merke aber, ich schweife schon wieder total ab. Ich musste aber fix in die Vergangenheit abschweifen, um das kurz zu erklären.

Jetzt, mit Mitte 50, also gut 40 Jahre später, sieht man auf vieles schon etwas relaxter. Und nun begann die große Recherche: Welcher Hersteller, welche Spurweite, Analog oder Digital? Klar war nur, es sollte ein H0-Spursystem sein, denn für die anderen Formate fehlt mir mittlerweile die Fingerfertigkeit. Bereits im März im Urlaub habe ich mich intensiv mit der digitalen Steuerung beschäftigt und bin zum Schluss darüber gestolpert, dass das alles ganz schön teuer werden könnte. Diesbezüglich sollte ich ein wenig später feststellen, dass meine Vermutungen weit untertrieben waren. Wo sollte sie stehen und wie könnte man den Platz optimal nutzen. Es kreisten schon einige Ideen in meinem Kopf. Ich hatte eine schwenkbare Platte vor meinem geistigen Auge, auf zwei Rollcontainern. Mittlerweile muss ich nicht mehr über den Hof, wie es beim Bau des Puppenhauses war, sondern ich gehe einfach durch die Garage in die beheizte Werkstatt. Eine Fußbodenheizung, mit Fliesen im Holzdekor und eine alte Küche, von meinem Chef, dem Kreistagspräsidenten. Der freut sich bestimmt, wenn er das mal lesen sollte. Das mit dem lesen ist bestimmt so eine Sache. Daher werde ich natürlich alles mit vielen Bildern dekorieren.

Freitag, 20.11.2020:

Es ist Freitag. Ich habe am Nachmittag frei und fahre zum Baustoffhändler meines Vertrauens. Schlichting Baustoffe im Gewerbegebiet hat mich auch mit all dem Baumaterial rund um das richtige Haus unterstützt. Ich kaufe 5 Stück 15er OSB Platten und ein Paket Konterlatten. "Guido - wie lang sind die Latten"? Egal, mein Anhänger ist nur 2m lang. stehen halt 2m über, ich muss ja nur fix nach Hause. Sollte für die Platte reichen und die beiden Rollcontainer. In weiser Voraussicht habe ich schon die 8 Rollen für die Container bestellt.

Samstag, 21.11.2020:

Meine Frau ist auf Arbeit. Ich habe die Garage kurzerhand zu einer Tischlerei umfunktioniert. Meine Baukreissäge, die Handkreissäge, alles muss ran. Ich muss bis Mittag alles fertig haben, inklusive aufräumen.

Sonntag, 22.11.2020:
Ich habe bereits um 07.00 Uhr ausgeschlafen. Das Projekt Eisenbahn lässt mich nicht los. Rücksichtsvoll schleiche ich mich aus dem Schlafzimmer in die Werkstatt. Ich habe am gestrigen Samstag noch bis spät in die Nacht geschraubt und geleimt, mit PU-Leim. Das Zeug ist echt wie Baumharz. Da kann man schrubben wie man will. Aber es soll ja auch halten. Ich habe die eigentliche Platte bereits zusammengeleimt, sie hatte die Nacht zum Trocknen. Heute früh geht es an die Container. Den Zuschnitt habe ich ja bereits erledigt. Ich habe durch meine Recherche eine Plattengröße von 1,15 x 2,00 m herausgefunden. Das wäre so das Kleinste, um bei H0 überhaupt etwas zustande zu bekommen. Mal abgesehen davon, dass in der Werkstatt eh nicht mehr Platz ist. Die Container haben eine Grundfläche von 35 x 70 cm. Klappt man die ganz Sache, bekommt man die Platte durch jede Tür. So mein Plan.

Freitag, 27.11.2020:
Ich war die Woche über nicht ganz untätig. Die Platte hat an der Unterseite diverse Halterungen für die zentrale Stromversorgung bekommen. Mein Plan, ein Hauptschalter für insgesamt knapp 10 unter der Platte verteilte Steckdosen, einen Schalter für die Grundbeleuchtung der Platte und einen Schalter für die Bahn Beleuchtung. Ich fange an, darüber nachzudenken, was denn nun für ein System auf die Platte soll - Analog oder Digital. Ich melde mich bei insgesamt 3 Facebook-Foren an. Meine Fresse, was gibt das dort für Klugscheißer und Fachidioten. Je mehr ich in diesen Foren lese, umso verrückter wird der ganze Kram. Egal, ich lese weiter. Freitagabend, mein Freund Buschi kommt. Wir verkabeln die Platte - Buschi ist Elektromeister, also - alles safe. Nebenbei erhält die Platte einen Anstrich von unten. Feierabend, sitzen und Bier trinken.

Samstag, 28.11.2020
Es ist Samstag. Am gestrigen Abend haben wir die Platte auf ihre "richtigen Füße" gestellt und den Klappmechanismus zum ersten Mal ausprobiert. Was soll ich sagen? Mein Plan ist voll aufgegangen. Die Platte hat eine Rückwand bekommen, mein Malermeister Freund Basti hat noch fix eine Rückwand geklebt, Metallbauer Christian eine Leiste gekantet und ich habe schon mal Licht angebaut.

Sonntag, 29.11.2020:
Wer die Wahl hat, hat die Qual – ein altes Sprichwort, das auch heute noch Gültigkeit hat. Ich habe mich dann letzten Endes für den Marktführer entschieden - Märklin.

Ich war "Shoppen". Wollte mir eigentlich einen Händler ums Eck suchen, aber keine Chance, es gibt Händler in Hamburg oder Lübeck, nicht einmal Schwerin hat einen richtigen Händler. Da ich mir aber ohnehin alles angelesen habe, muss ich kein schlechtes Gewissen gegenüber irgendeinem Einzelhändler haben, also bekommt der reichste Mann der Welt von mir noch was drauf. Herr Amazon liefert schnell und fragt nicht viel.

Warum Märklin und warum Digital. Ich denke, dass aufgrund der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der digitalen Technik es unbedingt eine Anlage in dieser Form sein sollte. Alle Verbraucher auf der Eisenbahnplatte werden digital angesteuert und es entfällt jede Menge Kabel-Wirrwarr. Ich habe zwei Starterpackungen und eine Erweiterung gekauft und fange an, das System aufzubauen und zu verstehen.

Es ist Sonntag und am Nachmittag zum Kaffee haben sich die Kinder und Enkel angemeldet. Alle sind total gespannt auf Opas Eisenbahn. Na und ich erst. Ich habe bis zum Mittag alles soweit fertig, ist ja auch nicht schlimm. Die beiden Züge fahren und die beiden ersten digitalen Weichen schalten. Coole Sache – und ich bin froh, mich für Digital entschieden zu haben. Ein recht einfaches und komplexes System. Mit den beiden "Mobile Station" können alle Züge und Weichen bedient werden. Die Züge verfügen über einen sogenannten "Mfx Decoder". Die Lokomotiven können Geräusche machen, man kann das Licht an den Zügen schalten. Ich bin begeistert, gleich kommen die Enkel.

Das war das erfolgreiche Wochenende. Die Enkel und Kinder sind begeistert. Bei mir trübt sich die Freude, denn beim Spielen fällt mir auf, dass die beiden Bedienteile abstürzen. Komisch, ist doch alles neu und von Märklin. Egal, Feierabend und „Sonntags-Tatort“.

Gute Nacht Eisenbahn.

Montag, 30.11.2020:
Montag nach der Arbeit. Ich habe mit Märklin gemailt und herausgefunden, die Software der Bedienpulte ist nicht auf dem neusten Stand. Eigentlich nicht schlimm. Leider hat Märklin da nichts für den kleinen Geldbeutel vorgesehen. Abhilfe schafft der Besuch beim netten Märklin Händler, der spielt eine neue Software drauf. Leider findet man den nächsten in Hamburg oder Lübeck. Sogar Schwerin hat keinen. Und wenn der erfährt, dass ich das bei Onkel Amazon erworben habe ... Ich denke das erste Mal über die Anschaffung einer Central Station CS3 nach, die kann das auch und noch viel mehr. Meine Frau sagt, ich hätte in diesem Jahr den Weihnachtmann Bonus bereits mehr als überzogen. Ich packe die Dinger ein und schicke sie zum Update zu Märklin.

Donnerstag, 03.12.2020:
Täglich treffen Pakete im Friseursalon ein. Ich brauche Schienen, Weichen, Decoder und Weichenbausätze. Gibt alles, mein bester Freund ist der Märklin Katalog geworden. Ich möchte gern, dass zwei Kinder mit zwei Bahnen ausgiebig und unabhängig voneinander spielen können. Es soll ein Tunnel, ein Berg und ein Bahnhof entstehen. Eine Straße, Bürgersteig und nach Möglichkeit auch noch ein Bahnübergang mit selbsttätigen Schranken. Die erste Herausforderung ist der Gleisplan. Ich habe für mich entschieden, dass ich keinen brauche. Dachte ich und geht gar nicht. Das Gleissystem von Märklin hat null Toleranz. Ohne Gleisplan bist du am Arsch. Ist so. Also mache ich mich auf die Suche nach einer, möglichst kostenlosen Software. Fündig nach 3 Versuchen bin ich durch einen Hinweis bei Facebook. 3D Modellbahn Studio ist Selbsterklärend und Super einfach zu Händeln. Ich bin begeistert. Und so investiere ich 2 Abende mit dem Planen meiner Anlage. Das Programm erstellt eine Stückliste. Das heißt, ich brauche wieder Schienen und Weichen.

Wochenende, 04 - 06.12.2020:
Ich fahre nach der Arbeit noch fix zum Tischler Steffen Krüger. Björn, mein Schwiegersohn, hat mir 5mm MdF Platten aus dem Schweriner Baumarkt mitgebracht. Da brauche ich schon mal nicht mehr hin. Irgendwann des Nachts kam mir die Idee, die Abstandshülsen aus Kunststoffrohr vom Elektriker zu bauen. Meine Recherche ergab, man sollte mindestens 10 cm zum Oberbau planen, um zumindest mit der Hand mal einen entgleisten Wagon oder eine Lok zu bergen. Reichen täten auch 6 cm. Also 100 mm plus 5 mm ergibt Schrauben mit einer Länge von 120 mm. Die habe ich mir von Steffen geholt und ab nach Haus in die Werkstatt. Stichsäge und los ging es. Ich habe meine Platte in 3 Teile geteilt 50 -100 - 50. So lässt sich das besser arbeiten. Zwei Halbkreise auf jeder Seite verschlingen mit der Auffahrt nach oben 24 Halbkreis Schienen und 6! Weichen. Egal, meine Frau darf das nie erfahren.

Ich habe dann das gesamte Wochenende damit verbracht, den gesamten Oberbau wieder zu demontieren. Ist ja logisch denn zuerst müssen ja alle unteren Stränge gebaut und was noch viel wichtiger ist, auch ausprobiert werden. Kann ich aber im Moment nicht, denn die MS2 sind ja noch bei Märklin. Also verbringe ich wieder die Zeit mit Shoppen. Ich suche nach einer Lösung der zentralen Beleuchtung, um sie mit Spannung zu versorgen. Ich möchte gern den Lichtkreis vom Gleisstrang trennen. ich habe recherchiert. Es gibt so viele verschiedenen Leuchten und Mittel, die von 2V bis 24V gehen. Gleichstrom und auch Wechselstrom. So ist man bei der Anschaffung flexibler. Ich stoße auf einen Trafo bei Conrad. Huch, da habe ich schon ewig nichts mehr bestellt, Mailadresse passt, Passwort auch. Seit 9 Jahren ruht mein Kundenkonto. Ich bestelle einen Trafo, Gleichrichter, Widerstände, Kabel und Dioden. Ich habe nichts mehr von dem ganzen Zeug liegen.

In der Woche durchstöbere ich immer wieder das Internet nach mfx Zügen. Ich habe bisher nur 2 und benötige mindestens noch 2. Ich werde fündig und bestelle bei Kleinanzeigen einen Feuerwehr -Zug , einen Bauzug und einige Güterwaggons. Ist ein Schnäppchen. PayPal ist was feines.

Wochenende vom 10.-13.12.2020
Ich bin wieder am werkeln. Märklin hat geschrieben, dass die Teile angekommen sind. Somit komme ich wieder nicht weiter, denn ich kann die Gleise nicht testen. Dafür sind alle noch fehlenden Teile für die Weichen (Oh Gott) angekommen. Ich baue also insgesamt 10 Weichen um und mache sie digital fernbedienbar. In 6 Stück installiere ich direkt die Decoder und 4 Stück schalte ich über einen externen Decoder, mehr aber aus Neugierde.

Ich beginne mit der Auffahrt ins obere Gleis. 4% Steigung, bedeutet 4 cm auf einen Meter. Ich bin bei ca. 6% und hoffe, dass meine Züge da hoch fahren. Ich bau die fertig, sonst kann ich nichts machen, die Controller - jupp sind ja immer noch nicht da. Überhaupt bin ich enttäuscht von Märklin, seinem Händlernetz, dem Internet Shop. Eine Katastrophe. Es verschlug mich am Anfang der Woche nach Rostock. Dort gibt es einen einschlägigen Laden für Modelleisenbahnen. Ich hatte mir soviel davon versprochen und wurde leider enttäuscht. Der Verkäufer bedauerte mich mit meiner digitalen Märklin Bahn und meinte voller Mitleid "Sie haben Digital - oh je, das ist nicht die Zukunft". Ich kam mir vor wie Harry Potter in der Winkelgasse, als der seinen ersten Zauberstab gekauft hat. Fürchterlich. Ich denke schon wieder über den Kauf einer CS3 nach. Ich mache mich also an die Auffahrt zum Obergleis. Die Säge in der Garage hat wieder alles gegeben, auweia. Der BTI Staubsauger muss es richten.

Ich komme gut voran und beschließe, nachdem ich den Strang mit dem Multimeter durchgemessen habe, mein erstes Schotterbett herzustellen. Ich habe ordentlich YouTube Videos geguckt. Learning by Doing. Schotter habe ich in verschiedenen Farben. Ich mische mir ein Leim Wasser Gemisch mit einem Spritzer Spülmittel und beginne, den ausgebrachten Schotter damit zu benetzen. Nach einer Nacht ist alles Superfest und der Leim Glasklar. Ich bin zufrieden. Mein erstes geschottertes Gleis. Cool.

Ich bin soweit durch mit den Gleisen und baue noch einen Kasten für die Zentral Verteilung unter der Platte. OSB und die Säge - ach ja, ich muss ja noch sauber machen. Es ist Sonntag und der dritte Advent. Heute kam die Hiobsbotschaft, Deutschland geht in einen neuen Lockdown. Die Friseure werden schließen Ich bin in der Werkstatt besser aufgehoben.

Es ist Sonntag. Fertig in der Werkstatt. Was soll ich euch sagen. Wenn der Lockdown kommt und ich nichts zu tun habe, das wäre fürchterlich, sagt meine Frau. Ich jammere was das Zeug hält. "Dann kauf das Ding"! Und schwupp war die CS 3 im Warenkorb. So, Tatort gucken.

Montag, 14.12.2020

Ich habe etwas eher Feierabend und beginne, die Gleise nun endgültig auszulegen. Das wichtigste jedoch, ich muss gucken, ob die Weichen funktionieren und alle Schienen sich miteinander vertragen. Vorher nix einschottern und nix festmachen. Ich habe die letzten Magnetantriebe in die 4 Weichen eingebaut und den Decoder angeschlossen. Ich warte sehnsüchtig auf die MS 2, die ja bei Märklin zum updaten sind. Ich würde auch gern probieren, ob denn die Züge meine Steigung mögen. Zwischendurch kommt wieder ein Paket, naja - mehrere mit Waren - Nachschub. Unter anderem zwei komplette Züge und einige Waggons, die ich bei Ebay Kleinanzeigen gefunden habe. Sehen aus, wie unbenutzt. Ich freu mich, nur kann ich sie leider nicht ausprobieren. Aber Morgen, die Central Station soll morgen kommen.

Dienstag, 15.12.2020

Es ist bereits dunkel draußen Conrad hat wieder Ware gebracht. Mein Gott, die Paketfahrer denken bestimmt, ich fress das ganze Zeug. Der Trafo ist da und einige Leuchtdioden, Sicherungshalter .Ich habe beschlossen, die Beleuchtung der Anlage getrennt vom Gleisstrom zu betreiben. Der Universal Trafo (40,00€) liefert alle Spannungen, die ich brauche. ich möchte alles Zentral ein und ausschalten, noch jedenfalls. Die Post war noch nicht da. Ich vertreibe mir die Zeit mit dem ausprobieren des Trafo, bastle mir aus Lötplatinen eine Gleichrichterschaltung und siehe da - mein LED Stripe funktioniert, der soll den kompletten Unterbau mit einem blauen Licht ausleuchten.

Es ist schon nach 19.00 Uhr, juhu - der Postbote bringt die CS 3. Geil, das wird bestimmt ein langer Abend. Ich packe das Paket aus - und suche verzweifelt nach dem Netzteil. Das gibt es doch nicht, habe ich das schon beim auspacken verlegt? Ich dreh fast durch, lese in der Bedienungsanleitung nach und muss mit entsetzen feststellen, Märklin liefert ein so teures Gerät tatsächlich ohne Netzteil aus. Ich habe fix in der Gruppe bei Facebook nachgefragt und tatsächlich. Ein Unternehmen wie Märklin liefert einen Computer für 600.00 Euro ohne ein Gottverdammtes Netzteil aus. Ich könnte wirklich kotzen. Noch mehr über die blöden Sprüche bei Facebook. Was sind da teilweise für Holzköpfe, die wirklich nur Mist rein schreiben. Aber egal. Die Enttäuschung über das fehlende Netzteil überwiegt der eigentlichen Freude über das Ding. Ich pack es weg und gehe zu meiner Frau, wir ertränken den Frust. Ich ordere ein Netzteil bei - na bei wem wohl. Zack, ist Herr Amazon wieder etwas reicher.

Mittwoch, 16.12.2020

Der Schmerz sitzt immer noch tief. Es ist wirklich ein Hohn, wenn ich über diese Netzteil Geschichte nachdenke. Egal. Ich komme im Moment ja nicht weiter und habe nun doch noch die Schublade unter der Platte umgebaut. Eigentlich sollten nur die beiden Mobile Station (ach ja, sind ja immer noch bei Märklin zum update) da drin Platz finden. das hat sich nun ja geändert. Plan B heißt, Schublade raus und neue Schublade bauen. Ich mache mich ran und 19.00 Uhr ist Feierabend.

19. und 20.12.2020
Am Freitag habe ich, außer nach dem Postboten Ausschau halten, nichts gemacht. Aber das Paket mit dem Netzteil ist von Hermes für Samstag angekündigt. Juhu. Ich fahre zu meinem Kumpel Roli und hole mir eine Siebdruckplatte. Ich habe mir vorgenommen, 3 Schubladen für die Loks und Waggons zu bauen. Wenn die Platte gekippt wird, dann müssen die Züge irgendwo hin. Das übliche Prozedere, die Säge, die Garage, die Oberfräse und los geht's Es läuft, der Zuschnitt ist fertig, Ich arbeite bei geöffnetem Garagentor und erblicke - den Hermes Boten. Geil, nichts wie hin. Da fährt der doch glatt vorbei und hält bei der Nachbarin. Ich aber sowas von hinterher. Ich kürz das mal ab. Er hatte kein Paket für mich, hat aber freundlicherweise seinen ganzen Transporter durchgesucht. 10 min später kommt die Mail von Hermes, dass es nun am Montag zugestellt wird. Also, weiter geht es mit den Schubladen. Gegen 16.00 Uhr sind sie fertig gestellt.

Ich habe noch ein wenig eingekauft. Meine liebe Frau meinte, es wäre doch schön, wenn man so eine Lokomotive mit Dampf, also eine richtige Dampflok hätte. Verdammt, dieses Internet. Just in dem Moment ploppt wieder so ein Sonderangebot auf. Eine Märklin BR 24 - im Angebot. Ich habe sie meiner lieben Frau geschenkt.

Es ist Sonntag. Ich habe mit der Verkabelung begonnen. Zuerst einmal versorge ich die Schienenstränge mit einer sogenannten Ringleitung. Ich habe sehr viele Videos im Internet in Bezug auf Digital und Verkabelung geguckt. Also verteile ich die Ringleitung und speise jedes Gleis von beiden Seiten ein. Nummer sicher. Dafür habe ich ja einen extra Kasten unter der Platte gefertigt. Ich räume zum ersten Mal die Züge in die Kisten und klappe die Platte an. Bislang läuft alles nach Plan. Ich verwende keine Kabelschuhe, sondern verlöte alles. Hab ich so gelernt.

Ich komme gut voran. Noch fix, wenn die Platte Hochkant steht die Schublade von unten streichen, Sonntag, 4. Advent und ab zum Tatort. Feierabend.
Ach übrigens - ich habe am Freitag mit dem Service von Märklin telefoniert.
"Do musch ich ihne sage, die Teile sin feddig"! Geil, dann wird das ja bestimmt noch was zum Fest. "Leider brauche mir zwei Taach, bisch die Ware bei unsch duch die Poscht is. Mir schicke die am Dienschtach los".
Ich hätte wieder kotzen können. Mit der CS 3 hätte ich sie auch allein updaten können.

22.12.2020
Gestern ist nun endlich das Netzteil gekommen. Falls jemand von Märklin dieses hier lesen sollte - das ist der größte Mist, den man machen kann. Ein solches Gerät wie die CS3 ohne Netzteil. Egal, nun aber rein in die Werkstatt. Ich habe die Weichen 7-10 noch fix verkabelt, mit einem M83 Decoder. Hat mich ungefähr 100 Euro sparen lassen. Dieser schaltet die 4 Weichen. Nachteil ist, man muss Kabel verlegen. Sind aber alle auf einem Haufen und aus Neugier habe ich das gemacht. Platte zurück und nun das Netzteil an die CS3. Ich habe mich im Vorfeld wieder einmal mit YouTube Videos gefüttert und weiß so ungefähr, was mich erwartet. Trotzdem tue ich mich nach dem Start etwas schwer. Eine Lok erkennt er, die beiden Neuanschaffungen gar nicht, das Menü ergibt sich mir nicht sofort. Ich kürze das mal ab. Schlussendlich tut sie genau das, was sie soll. Ich habe die beiden neuen Loks auf dem Programmiergleis ausgelesen, die IP Adressen geändert und sogar die kleine blaue LED auf dem Feuerwehr Zug zum blinken gebracht. Eine Weiche hatte ich falsch verkabelt, aber ansonsten läuft alles nach Plan.

Irgendwann, ganz spät in der Nacht habe ich noch versucht, einen Gleisplan zu erstellen. Diese Rubrik ist unbedingt von Märklin zu überarbeiten. Das funktioniert gar nicht, nicht einmal am PC. Nun gut, man kann nicht alles haben, das ist aber auch nicht ganz so wichtig. Der neue Tag beginnt erst am Nachmittag. Mein Ziel, alle Schienen zu verlegen, natürlich auch den kompletten Oberbau mit der unteren Beleuchtung zu versehen. Zum Weihnachtsfest soll die Anlage alle Fahrspuren zur Verfügung haben.

Es ist geschafft. Die Platte ist mit allen Schienen soweit ausgestattet. Ich freue mich über die blaue Beleuchtung der unteren Gleise. Ich hole meine Frau, wir köpfen eine Flasche Wein und dann wieder mein Kritiker. Sie fragt nach Beleuchtung der oberen Gleise. Hmmm. Eigentlich sollte da gar kein Licht hin. Amazon - 20 Laternen und einen Schaltdecoder m84 bestellt. Feierabend.

29.12.2020
Eine Woche habe ich nun das Bautagebuch nicht mehr dokumentiert. Ich war aber nicht untätig. So nutze ich um die Feiertage natürlich die Zeit, um voran zu kommen. Ab nächste Woche geht es wieder regelmäßig ins Büro. Meine Frau bemängelte die Lichtsituation der oberen Gleise. Eigentlich wollte ich nun anfangen zu schottern, aber da muss nun erstmal ein Lichtkonzept her. Nur machte es wenig Sinn, die Platte für jede Lampe zu durchbohren. Ich fange an zu probieren und nach dem dritten Versuch gefällt mir m,eine Lösung.

Ich werde den vorderen Teil beleuchten und ein schottern, den hinteren teil werde ich mit einem Bahnsteig versehen. Soviel Schotter muss auch nicht sein. Zwischenzeitlich habe ich an der Steuerung der Lichter gearbeitet, den Trafo eingebaut, den zweiten Decoder mit integriert und alle Stromquellen mit einer Feinsicherung versehen.

Es geht voran, leider nur schleppend, denn ich verfalle wieder in meinen Perfektionismus. Furchtbar. Das Schottern ist fertig, die vordere Lichtleiste ist drin und gehe shoppen - für den hinteren Bahnsteig.

03.01.2021
Weihnachten und Silvester sind vorbei. Ich habe natürlich reichlich zur Vervollständigung der Anlage genutzt. Ich war auf Shopping Tour für den hinteren Bahnsteig. Irgendwie kommt man gerade beim bauen wieder auf neue Iden. Eine Fußgängerbrücke von Faller - die war natürlich zu breit. Was für eine Fummelei. Das Thema ist nun abgeschlossen. Figuren und eine Bahnsteig Ausstattung habe ich auch schon, kommen aber ein wenig später.

Ich habe noch fix einen Bahnhof und eine Kirche fertig gebaut. Ist ein Geschenk vom Kumpel Marian und seiner Frau, sie hatten noch einige Reste aus Kinderzeiten, diese werden in meiner Anlage Verwendung finden.

Das nächste Projekt ist ein Tunnel - mit Bergen und einer kleinen Hütte oben drauf. Solche Einfälle habe ich immer irgendwie nachts. Kein Wunder, wenn ich mich mit einer Sache verbissen habe, dann lasse ich nicht locker, wie ein Terrier. Ich fahre zum Schwiegersohn und hole einen Sack Rotband Gipsputz. Ich frage mich immer, wie die Moba Bauer mit dem Elektriker Gips zurecht kommen. Der Rotband ist viel länger geschmeidig und lässt sich viel besser verarbeiten. So jedenfalls mein Plan. Anschließend begrünen und bepflanzen. Ach ja - und Lampen neben der Hütte. Und - Buschi hat mir Ostseesand mitgebracht. Was soll ich sagen. das mit dem Gips ging Super. Mein erster Versuch - ich bin zufrieden. Ich habe den mit schwarzer Abtönfarbe etwas eingefärbt, Anschließend begrast, den Tunnel fertig gebaut und die deutsche Eiche gepflanzt. Nun noch ein bisschen spielen und Feierabend.

Ach, ihr kennt das schon. Meine Frau kam zur Bauabnahme. Nichts bemängelt. Ich darf Schafe und Bergziegen bestellen. Ab zum shoppen!

18.01.2021
Damit sind wir nun schon wieder mitten drin im Monat Januar. Mittlerweile, nach einer bitterbösen Mail und einem neuen Paketauftrag sind auch die Mobile Stations von Märklin zurück gekommen. Eine von beiden hat einen Display Fehler. Mittlerweile ist mir das auch egal, nochmal schicke ich die jedenfalls nicht ein. Bergziegen, Schafe und auch kleine stehende und sitzende Menschen sind angekommen. Mein Tunnelportal ist soweit fertig. Ziegen und Schafe sind verdammt klein, die kommen später auf die Anlage

Ich habe angefangen, Middle Town, so habe ich den Innenbereich getauft, zu gestalten. Faller Bausätze mussten her. Mein Enkel Lukas hat geholfen und einen Nachmittag mit Opa zusammen gebastelt. Aber, es dauert. Soll ja auch, die düsteren Corona Aussichten verheißen nichts gutes. 3 Häuser für den Bereich, eine Straße, ein Marktplatz mit Springbrunnen, ein kleiner Stadtwald mit einem Fluss und ein Sportplatz.

Wir haben heute den 01. Februar und somit sind di ersten 4 Wochen schon wieder rum. Es hat ein wenig gestrauchelt mit der Eisenbahn. Mir wollte der Übergang an den Platten der Tunnel Mauer nicht gelingen. Mit Efeu habe ich das schön verkleiden können und auch wieder Lust bekommen, weiter zu basteln. Sowas ist wie eine Blockade im Kopf.

Middle Town hat fahrt aufgenommen. Die Häuser sind fertig, die Laternen verkabelt und die Bäume gepflanzt. Der Heki Efeu hat geholfen, auch hier den Übergang zur normalen Platte besser zu gestalten. Die Bergziegen sind mittlerweile auf den Berg gekommen.

Die nächste Phase - der eigentliche Bahnhof. Die beiden Bahnhofsgebäude habe ich von Astrid und Marian geschenkt bekommen, deshalb sind sie etwas besonderes für mich. Ich habe mittlerweile schon Reste, die ich hier gut verarbeiten kann. Den gepflasterten Platz, die Bäume und den Ostseesand von Buschi. Auch die Leuchten sind übrig. Mittlerweile bin ich geübt mit solchen Sachen.

Nebenbei war ich shoppen. Es muss der letzte Teil der Platte dekoriert werden, aber dazu später.

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